Druiden und BanDrui
 Druids and BanDrui

Gestern, morgen, heute...  Populäre Stereotypen

Druiden hier, Druiden da... Druiden, wo man hinsieht... In Internet, Medien und Buchläden wimmelt es nur so von Druiden und alle, alle haben einen Grund, diesen Namen in den Mund oder unter die Schreibfinger zu nehmen; sei es in Abhandlungen über andere Personen oder auch als Versuch, sich selbst zu definieren. Druiden überschwemmen den Esoterik-Markt, Underground Comix und die neuesten PC Games. Druiden werden überall gesucht; meist von intelligenten, aber kirchenmüden Seelen, die ihr Heil nun einfach beim besten Willen nicht in östlichen Alternativen oder gar im Atheismus finden können - sogar wenn sie's zuweilen probieren. Druiden sind Idole:

"Wenn schon niemand anders sagen kann wo's langgehen soll, dann doch wenigstens die Druiden?"

Druiden sind gefragt, Druiden sind cool! - und faul sind sie bestimmt auch nicht. Unermüdlich chatten sie auf dem Information Highway, veranstalten Tagungen, organisieren Wochenend-Kurse und machen sich an's Werk, ihre verloren geglaubte Weisheit zu verbreiten und ganze Dörfer und Kommunen im alten Stil aufzubauen. Sie verstecken sich auf dem Land und fliegen über's Wochenende nach Ibiza. Sonderbare Geschöpfe, diese Druiden... überall und nirgends zugleich... unzählige Formen und noch mehr Gesichter...

- aber eine Frage bleibt trotzdem bestehen:

Wer oder was sind Druiden und BanDrui überhaupt?

Die historischen Druiden
Die Renaissance des Druidentums im 18. Jahrhundert
'Neo'-Druiden - individuell und organisiert

'Echte' : Die historischen Druiden, BanDrui und ihre ur-echte Tradition bis zum engeren Kontakt der keltischen Völker mit den Griechen und Römern ihrer Zeit sind ein Mysterium im Nebel vergangener Epochen und werden es wohl auch bleiben.

Über ihre damaligen Lehren, Bräuche, Rituale und Weltanschauungen im Allgemeinen ist heute auf wissenschaftlicher Basis nur noch das Wenige an Information bekannt, was die Griechen und Römer niederschrieben und auf diese Weise der Nachwelt erhalten hatten. Hier ein paar der wichtigsten:

 
> Strabo
> Poseidonios
> Julius Caesar
 

Selbstverständlich sind aber auch diese, allethalben von 'Aussenstehenden' verfassten Beschreibungen alles andere als objektiv und unparteiisch. Wenn die Rede bloss von optischen Eindrücken oder von Zeitumschreibungen war, dann können wir zwar noch davon ausgehen, dass "helles Haar", "scharfe Schwerter" und "von Sonnenauf- bis untergang" bei allen drei Kulturen gleich aufgefasst wurden.

Bei wertend-vergleichenden Aussagen aber - bei Aussagen über die Kultur und Spiritualität dieser 'Barbaren' genannten Menschen beschrieben sie nachvollziehbare Themen natürlich entlang der geltenden Leitlinien ihres eigenen Weltbildes. Damit übersetzten sie das Erfahrene bereits bei der Niederschrift in ihre eigene Denkweise.

Bei Cäsar kommt noch erschwerend dazu, dass er seine Zahlen und politisch wichtigen Aussagen gerne seinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen anpasste, um Eindruck beim Senat in Rom zu gewinnen und dessen Unterstützung zu sichern.

Dann gab's da zusätzlich aber noch Themen, deren Logik und Bedeutung nicht einmal diese klassischen Autoren nachvollziehen konnten. Keine Tempel für die Götter; ja nicht einmal kunstvoll vermenschlichte Götterbilder oder Skulpturen... stattdessen heilige, unberührte Natur? Keine Angst vor dem Tod... stattdessen Schulden, die über den Tod hinaus im nächsten Leben rückzahlbar waren?? Die klugsten Köpfe unter den Barbaren ohne Schreibzeug... stattdessen wandelnde, buschbärtige Bibliotheken mit mehreren Sorten Baumrinde in der Tasche???

Einfach unfassbar für Römer wie Griechen mit ihren strahlenden Heldengöttern im Himmel, ihren frisch gebadeten und in strahlendes weiss gehüllten Gelehrten inmitten einer Horde von gut rasierten Schreibern und vor allem unfassbar aufgrund deren eigener Auffassungsgabe von einer überlegenen Zivilisation und von überlegener Intelligenz, die am Fortschritt selbst zu messen sei, so wie an grossen Städten mit rechtwinklig gebauten, steinernen Tempeln und Palästen (offensichtlich *der* philosophische Irrtum, welcher sich ungebrochen und bis heute in der westlichen Zivilisation halten konnte).

Wir sehen - es ist also nur angebracht, hier keine Bericherstattung nach Art des freien, modernen, politisch und konfessionell unabhängigen Journalismus zu erwarten, an den wir uns mehrheitlich so schön gewöhnt haben.

Trotzdem ist nicht alles verloren, wenn wir nach solider Information über den Glauben der Kelten suchen. Glücklicherweise sind wir in der Lage, über andere Wege der Wahrheitsfindung noch weit mehr zu erfahren, als in diesen alten Schriften zu finden ist. Doch mehr darüber an anderer Stelle...

Logen :

Im Zuge der Faszination mit Alchemie und Hermetik im Mittelalter und der darauf folgenden Renaissance kam das 'Druidentum' im 18. Jh. zu neuen Ehren. Ein repressives, überaus fundamentalistisches Klima in spirituellen Belangen zu dieser Zeit trug sein eigenes dazu bei, dass liberales Gedankengut im Geheimen diskutiert und praktiziert werden musste. Dies wiederum verlieh den 'Druiden-Logen' einen mysteriösen und gleichzeitig attraktiven Ruf von 'verlorenem Geheimwissen'...

Anführungs- und Schlusszeichen müssen hier aber gesetzt werden, weil diese selbsternannten Logen-'Druiden'

a) keinen Deut *mehr* über die echten historischen Druiden wussten, als wir heute auch noch wissen - also wiederum nicht viel mehr, was über die Beschreibungen der Römer und Griechen hinaus gehen würde - und

b) noch schlimmer - ihre Lehren und Rituale bauten allsamt auf den Prinzipien der Freimaurer und damit natürlich auch auf denen der jüdischen Kabbalah auf (inklusive des pseudo-christlichen Ablegers davon), während Referenzen zu keltischer Spiritualität höchstens zur Abrundung oder Dekoration zugezogen wurden. Gelinde gesagt betrieben sie also unter ihrem angenommenen Namen nicht viel mehr als Ettikettenschwindel.

Einige dieser 'Orden' und 'Druiden-Logen' sind zum Teil auch heute noch existent, aktiv und praktizieren denn auch immer noch hauptsächlich zeremonielle Magie, wenn sie nicht gerade in althergebrachter Manier ihre Herrenriege pflegen oder á la Rotary-, Kiwanis- oder Lions Club karitativ tätig sind (was hier natürlich niemand kritisieren würde).

Trotzdem... Die Namenswahl dieser Vereinigungen ist irreführend, pretenziös und kann unter Umständen gar als Anmassung aufgefasst werden. Dies im selben Sinn, wie sich z.B. auch niemand ernsthaft 'Rabbi' nennen würde, ohne den jüdischen Glauben zu vertreten oder wie sich auch niemand erdreisten würde, den Titel 'Bischof' für sich zu vereinnahmen, ohne aber die christliche Theologie als gültig anzuerkennen.

Hier zwei solche Beispiele:

 
> Order Terra - ein Ableger des "Universal Druid Bond / U.B.D." von 1717 - später auch bekannt als "The Druid Order, B.C.U.B." oder "Most Ancient Order of Druids"

Verbreitung: Grossbritannien, Dänemark, Deutschland

Selbstauskunft: "Der Orden will nicht mit den Anhängern von Naturreligionen verglichen werden, nur weil er in der indoeuropäischen und damit keltischen Vorgeschichte forscht."

"Order Terra hat seinen Ursprung in einem Vorschlag John Tolands von 1717, der anhand der Archive von William Stukeley erarbeitet war. Der Vorschlag war, dass alle Bruderschaften und Schwesterversammlungen der unterschiedlichen Richtungen, wie z.B. Rosenkreuzer, Druiden- und Freimaurergruppierungen, zu einem gemeinsamen Ordenswesen zurückkehren sollten. Dahinter steht die Idee, zum keltischen Gemeinwesen als Ursprung aller Logen zurückzukehren, unter dem Namen : Der Keltische Druiden Orden - Order Terra"

> International Grand Lodge of Druidism / IGLD - gegründet 1781 als "Ancient Order of Druids / A.O.D." - heute auch bekannt als "Deutscher Druiden Orden VAOD e.V", "Schweizer Druiden Orden SDO" u.v.m.

Verbreitung: Australien, Dänemark, Deutschland, Norwegen, Neu Seeland, Schweden, Schweiz, Grossbritannien, USA, Island, Finnland, Surinam

Selbstauskunft (D): "Wir sind eine überkonfessionelle und überparteiliche Gemeinschaft einander freundschaftlich verbundener Männer, die sich ein Forum geschaffen haben, das jedem von uns die Möglichkeit gibt, sich so zu äußern und so zu leben, wie dies seinen Vorstellungen entspricht.

Die Damen können sich der Birgitta-Loge anschließen.

Da wir die Meinung und die Spiritualität des Anderen zu achten bestrebt sind, gibt es in unseren Reihen Brüder, die sich religiös nicht binden wollen neben überzeugten Christen oder sogar Pfarrgemeinderäten."

'Neo' :

Die Gemeinschaft der heute aktiven 'Neo'- oder Neuzeit-Druiden lässt sich abermals in vorab drei primäre Untergruppen aufteilen, wobei es natürlich auch hier stets zu Überschneidungen kommt, was das Glauben und Werken einzelner Individuen oder Gruppen anbelangt.

- Die ultra-liberale Schule

- Die religiös-fundamentalistische Schule

- Die schamanistische Schule

Diese drei 'Schulen' unterscheiden sich jedoch üblicherweise in Philosophie und Herangehensweise schon derart, dass hier die Anwendung des Begriffs 'Gemeinschaft' eher eine freundliche Übertreibung darstellt. Von Einigkeit oder gegenseitiger Anerkennung ist im Jahr 2002 jedenfalls (noch?) keine Spur...

- doch mehr dazu auf der eigenen Seite zu diesem Thema:

 
'Neo'-Druiden - individuell und organisiert < Hier geht's weiter...
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© 04. May 2003