Zum Inneren Kreis / To The Inner Circle
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  The Celtic Present

To the Dawn of our Future...

Auf dieser Seite finden sich keltische Grundlagen und Themen, welche aus mehr oder weniger alter Tradition stammen mögen, jedoch durch ihre zeitlose Ursprünglichkeit genausogut in unserer aktuellen, modernen Gesellschaft ihre Gültigkeit haben können.
  Die traditionellen Festtage
Name Aussprache Von Bis Beschreibung
Samhain Sa-uinn 31. Oktober, Abends 3. November, Nachmittags RITUAL
Imbolc Imm-bolc 31. Januar, Sonnenuntergang
Beltaine Bel-ttainn 30. April, Sonnenuntergang RITUAL
  Lughnasadh Luug-nasaad 31. Juli, Sonnenuntergang Bis zu einem Monat lang! RITUAL

 

Keltische Bräuche & Rituale
Die Handverbindung

 

Keltische 'Sternzeichen'
Das Baumhoroskop

 

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Samhain

Samhain (Sa-uin) ist das keltische Neujahr. Als solches ist es viele Dinge gleichzeitig und sein Ursprung liegt in einer ähnlichen Auffassung über Ende und Anfänge, die in Neujahrsfeiern der meisten Kulturen enthalten sind. Es ist kein Zufall, dass auch das jüdische Neujahr kurz vor Samhain gefeiert wird (zur herbstlichen Tagundnachtgleiche), da beide Feiern einen Wechsel der Erde und der Jahreszeiten markieren. Samhain als Wort bedeutet "Ende des Sommers" auf Alt-Irisch. Es dreht sich völlig um Ernten und Vorbereitung, Beendigung und Erneuerung, Tod und Leben; um nur einige Ideen und Konzepte zu benennen.

Samhain kennzeichnet auch einen Zeitpunkt, an dem wir wahrnehmen, wie die Welle des Lebens, die innerhalb der Natur gefunden wird, in das Land selbst zurückfliesst. Den Beweis dafür sehen wir im Fallen der Blätter von den Bäumen, dem Reifen der Früchte und Beeren und in der reichen Ernte von zu Boden gefallenen Nüssen. Während der Saft des Lebens für die Bäume zurück in die Erde fliesst und das Grün des Frühlings und des Sommers verblasst, leeren sich unsere Gedanken vom Licht und Leben des Sommers, während der Winter sich nähert.

Weil dieser Fluß des Lebens zweimal jährlich auftritt, glauben keltische Heiden, dass sich dann auch die Pforten zum Jenseits öffnen. So wie die Natur ein Leben der Kreise und Zyklen hat, so haben auch wir solche Zyklen in unserem Leben, in unseren Jahren, unseren Tagen und in unserem Geist. Jede(r) von uns hat innerlich eine Ebbe und einen Fluss, auf beinahe die gleiche Art wie die Jahreszeiten wechseln, die Gezeiten ein und aus fliessen und die Vögel zu ihren vielen Heimstätten fortziehen. Während der Lebensfluss an Samhain zwischen den Welten fliesst, sind die Wege geöffnet, damit die kürzlich Verstorbenen und geehrten Vorfahren von einer Seite des Schleiers zur anderen übertreten können. Geschenke wurden draussen plaziert für jedermann in Not, die Tür wurde offen gelassen (um nicht den verstorbenen Verwandten gegenüber verschlossen zu sein), und ein Platz am Feuer wurde freigehalten - für die Lebenden oder die Toten.

Die keltischen Heiden betrachteten die Zeit von grösstem physikalischem Reichtum (nach den zwei Ernten) als die beste Zeit, um allen Ihre Gastfreundschaft anzubieten; der Gemeinschaft der Leben und besonders der Gemeinschaft der Toten. Samhain wurde als Fest gefeiert, das drei Nächte und Tage dauerte. Jedermann, der zur geöffneten Tür hereinkam, war willkommen, sich dem Fest anzuschließen oder ein Geschenk zu empfangen. Besondere Aufmerksamkeit wurde dabei fremden Besuchern oder Unbekannten geschenkt, da diese möglicherweise ein Geist der Toten oder sogar eine Gottheit sein konnte (die durch die Leere und zwischen den Schleiern wandelte, um den Lebenden einen Besuch abzustatten).

Manchmal wurden Brettspiele gespielt, die als Spiele des Schicksals betrachtet wurden; unter den Iren war zum Beispiel eine Art von Schach unter dem Namen "Fidcheall" bekannt. Für die Führer der Familie bedeutete der Erfolg in solchen Spielen, dass das kommende Jahr Wohlstand bringen werde. Niederlage in diesen das Leben nachahmenden Spielen signalisierte Tod oder Not in der Zukunft. Andere Formen der Weissagung drehten sich um Spiele wie das 'Äpfel schnappen', das Drehen der Stiele oder aber man schnitt die Äpfel auf, um die Samen zu zählen und ihr Muster zu lesen. Formellere Weissagungen wurden von den Druiden und Sehern durchgeführt, um die Härte des Winters vorauszusagen, die Notwendigkeit für die Auswahl des Viehs zu bestimmen und auch um eventuelle Streitigkeiten vorauszuahnen, die während der Monate der dunklen Sonne auftreten könnten.

Eine Hauptaktivität an Samhain war das Anzünden des Feuers, welches das Verhältnis zwischen dem König (oder einem anderem Führer) und dem Land symbolisierte. Vor der Entfachung des Hauptfeuers wurden alle Feuer in der umgebenden Landschaft und im Herd ausgelöscht. Ein Ritual wurde abgehalten, um des Königs Wahrhaftigkeit zu bestätigen und ihn mit der Göttin der Landeshoheit zu vereinen und damit mit dem Geist des Landes. Oft wurde solch ein Ritual vom Opfer eines Stiers begleitet, der in einem grossen Kessel gebraten und gekocht wurde und an dessen Mahl alle teilhaben durften. Die Milch der Kühe galt dabei als Getränk, das die Geschenke der Göttin symbolisierte. In diesem symbolischen, rituellen Mahl nahm die gesamten Familie und die Gemeinschaft der Familien teil am Opfer und im Verhältnis des Königs zum Land. Ein anderes, besonders geheiligtes Getränk war der Met (im Irischen 'Mead', benannt nach Medb - einem anderen Namen für die irische Göttin der Landeshoheit). Seine berauschende Wirkung wurde als extrem beschrieben. Dies bedeutete auch, daß eine Person weise vom Becher trinken sollte, so wie auch die Resourcen ihrer Ernte 'mit klarem Kopf' benutzt werden sollten, denn der Winter nahte und Unbedacht während der üppigen Zeit bedeutete unweigerlich Not während der mageren Zeiten.

Das Hauptfeuer wurde durch die Druiden entfacht, welche dafür einen zeremoniellen Feuerbohrer oder ein Kreuzstück verwendeten. Hölzer wurde von allen Richtungen und von neun Arten geholt, um ein zentrales Feuer zu kreieren, das Jedermann und jeden Teil der Gemeinschaft repräsentierte. Um das Feuer wurde getanzt und gespielt und ein Teil dieses Feuers wurde zurück zu den Herden jedes Haushalts mitgenommen. In einem Königreich oder einem grossen Stammesgebiet entzündeten weiter entfernt lebende Freunde und Verwandte ihre eigenen Festfeuer, wenn sie das Hauptfeuer leuchten sahen. Es war auf diese Art, dass der Geist der Wahrheit, des Landes und der Leute vom Inneren des Landes zu den Rändern des Gebietes ausstrahlte.

Samhain handelte vom Ende des Sommers und vom Anfang eines neuen Jahres. Es handelte vom Verhältnis zwischen den Leuten und ihren Führern. Es handelte von der Wahrhaftigkeit der Führer, wie sie sich in ihrer Liebe zum Land fand. Es handelte von Opfer und Gaben. Es war eine Zeit der Verehrung des Todes und der Toten und eine Zeit der Freude am Leben unter den Lebenden. Kurz - Samhain repräsentierte die Heiligkeit des Geist wie er sich in der Natur offenbart, im Todes in den Vorfahren, im Leben in den Leuten, und in den Gottheiten auf diejenige Weise, wie sie sich im Land manifestieren.

Viele der Aktivitäten des heutigen Halloween basieren auf dem alten und modernen keltischen Brauchtum von Samhain. Die Gabe von Geschenken und Süssigkeiten an Besucher und Kinder reflektiert die Gastfreundschaft der Kelten in alle Winkel (besonders auf 'Oíche Shamhna', Samhain-Abend). Es erinnert auch daran, dass sich die Geister des Jenseits zu dieser Zeit viel leichter dieser Welt annähern können. Der Schwerpunkt auf Herbst und die Früchte der Ernte sind auch Anzeigen der vergangenen Tage, als wir viel enger mit dem Land zusammenlebten und weniger im künstlichen Ablauf des modernen Lebens. Die Heiligkeit dieser Zeit für die Kelten kann man noch heute in der Ansiedlung des christlichen Allerheiligen/Allerseelen zu dieser Jahreszeit erkennen und darum werden 'Alle Seelen' heutzutage von Heiden und Christen gleichzeitig geehrt.

Wer zu diesem Anlass jemandem Süssigkeiten oder ein Geschenk gibt, sollte sich bitte daran erinnern, dass es die Vorfahren waren, welche unser eigenes Leben ermöglicht haben! - und dass die Gemeinschaft der Seelen um uns herum alle Aspekte des Lebens beinhaltet, wie auch das der Toten und zusätzlich dasjenige der Gottheiten.

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       Imbolc

Ein zusätzlicher Feiertag wurde später hinzugefügt. Dies ist Imbolc zu Ehren der Göttin Brigit; dieser Tag wurde zuerst in Leinster/Irland  gefeiert. Imbolc markiert die Befreiung von den 'Klauen' des Winters und die Machtübergabe an die 'Maid des Frühlings'. Es ist die Zeit der ersten Lämmer und neuer Anfänge. In Leinster - in einem Heiligtum für weibliche Druiden - wurde Brigit's heilige Flamme geschürt und beschützt. Dieser Feiertag war üblicherweise ein Fest von 'Heim und Herd' und wurde vom weiblichen Oberhaupt der Familie geleitet.

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       Beltaine

Beltaine (Bel-ttainn) markiert den Beginn des Sommers und ist "Dem Leuchtenden" gewidmet (Bel in Irland, Belatucadros auf dem Kontinent).    Zwei grosse Feuer wurden entfacht und das Vieh wurde zwischen den Feuern hindurch auf die Weide getrieben, um dort zu 'sommern'. Dies wurde auch getan, um die Tiere nach der langen Ueberwinterung im Stall zu reinigen. Auch die Männer und Frauen wagten bekannterweise an diesem Tag einen Satz durch die Flammen, um sich auf die selbe Art  vom Gewesenen zu befreien - um den Körper und Geist zu 'läutern'. Normalerweise sprangen zuerst die Männer und - nachdem sich die Flammen ein wenig gelegt hatten - die Frauen.  In dieser Nacht wandeln die 'Sidhe' durch's Land und die Sterblichen sind dazu angehalten, sich ihrer andersweltlichen Versuchungen zu entledigen. Beltaine war die Zeit für die Bewilligung von Scheidungen, wie auch eine Nacht des Abschieds vom Winter.

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       Lughnasadh

Lughnasadh war die Zeit der ersten Ernte und eine Zeit für Spiele und Wettkämpfe. Dieser Tag wird mit der Göttin der Souveränität verbunden. Der Gott Lugh feierte hier nach der Irischen Ueberleferung die Anstrengungen seiner Stiefmutter Tailtiu, welche die Felder für die neue Saat vorbereitet hatte. Es war auch die Zeit für Paare, um eine Verbindung auf Probe einzugehen - die sogenannte 'Brehonische Heirat'. Das Paar hielt sich bei der Hand und schob diese Hände durch eine runde Oeffnung in einem speziellen Stein, während sie sich unter dem Zeugnis der Brehonen (Richter und Rechtsgelehrte) gegenseitig ihren Willen erklärten, für ein Jahr zusammenzuleben. Beide Parteien waren berechtigt, an Beltaine diese Verbindung zu widerrufen, indem man dies öffentlich erklärte. Diese Feiertage erstreckten sich über die Dauer eines ganzen Monats!

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       Die Handverbindung

Eines der allgemein in der gesamten Kultur verbreiteten Rituale war dasjenige der sogenannten 'Handverbindung', welches als eine Art 'Keltischer Verlobung' anzusehen ist. Durch diesen Akt am Anfang einer Beziehung entschlossen sich die Partner zu einer Partnerschaft, welche ihre Gültigkeit für eine Probezeit von einem Jahr und einem Tag behalten sollte.

Diese Art der Bezeugung von gegenseitiger Zuneigung erforderte keine Anwesenheit von Zeugen, eines Druiden oder anderer Authoritätspersonen und wurde vom Liebespaar nach den Grundregeln der Tradition ausgeführt und je nach persönlichen Vorlieben und nach freien Stücken ausgeschmückt.

Grundsätzlich begaben sich beide an einem Abend des zunehmenden Mondes an einen für sie bedeutungsvollen Ort in der freien Natur; meist an ein fliessendes Gewässer, falls erreichbar; eine Waldlichtung oder den geheiligten Ort, wo der Stamm üblicherweise seine Riten abhielt.

Dort nahmen sie sich bei den Händen ( in Wassernähe tauchten beide zuerst ihre Hände in den Fluss oder Bach ) und versprachen sich gegenseitige Liebe, Verantwortung und Ehrerbietung für ein Jahr und einen Tag.

Dieses unspektakuläre Ritual konnte durch gemeinsame Opfergaben an die Geister des Landes oder auserwählte Gottheiten angeführt oder abgeschlossen werden. Bei einer Handverbindung am Wasser wurde davon ausgegangen, dass der gegenseitige Schwur von den Geistern des Flusses oder von dessen göttlicher Identität bezeugt, ins Land hinausgetragen und stromäbwärts verkündet wird; bis zum Weltenmeer, wo alle Wasser zusammenfliessen.

Zusätzlich wurde dieser Bund im nachhinein unter den Familien des Stammes verkündet, was ebenso wahrscheinlich meist mit einer Feier endete, wenn man die Lebensfreude der Kelten in Erwägung zieht und auch ihren von den Römern und Griechen dokumentierten Wesenszug, einem üppigen Gelage nie abgeneigt zu sein.

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Dan T. FelberEXCAL design1 X 2 Willows
© 12. November 2002