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| Das Land der Helvetier | |||
| The Lands of the Helvetii | |||
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Die Geschichte der Helvetier in der Schweiz |
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Bis -500 waren schriftliche Dokumente in dieser Region unbekannt. Viele Überlieferungen erhalten wir deshalb von den Ertruskern, Griechen und Römern. Aufgund des heutigen Namens Confoederatio Helvetica wird nachfolgend hauptsächlich von Helvetiern gesprochen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass trotz dieser Bezeichnung auch der eine oder andere Rauraker, Allobroger, Toutone/Tougener, Tiguriner, Tulinger, Latobriger, Raeter, oder ein Leponte gemeint sein könnte, die sogar eine eigenständige Sprache hatten - das Lepontisch. |
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| -3300 bis -3000 | Kupfer- und Bronzezeitalter
Eine Pfeilspitze aus Silex vom Landenberg ob Sarnen, kann mangels siedlungsgeschichtlichem Umfeld nicht datiert und genauer zugeordnet werden. Gleiche Typen finden sich später im Wauwilermoss/LU |
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| -2500 | Die Legierung von
Zinn mit Kupfer zu Bronze, brachte eine Entwicklung, welche neue Vorherrschaften
ermöglichte: die Bronzeschwerter waren den Stein- und Knochenäxten nun wegen der Harte
des Metalls vollständig überlegen. Die Fähigkeit "industriell" d.h.
serienweise Produktionsmittel wie Werkzeuge, vor allem harte Bronze-Waffen herzustellen,
schaffte ab -2500 neue Realitäten.
Der reichliche Bernstein diente damals als Brennmaterial. Von Kelten und Germanen wurde Bernstein als Grundmaterial für Schmuck mit Gold aufgewogen. Bronze stellte die Wunderwaffe der Zeit dar. Sie verschaffte auch sonst vielfache Voraussetzungen einer neuen streitsamen, kriegerischen Kultur: Ansehen und mythische Macht: Der Träger solcher Kupfer und Bronzewaffen verkörperte die unverständliche Herrschaft über die Elemente: Feuer und Metall. Eine Mischung der Kulturen begegnet uns im griechischen Orakelkult und in den keltischen Religionen wieder. Keltische Grabungsfunde zeigen denselben Sonnenbezug, u.E. dasselbe naturreligiöse gesellschaftliche Betriebssystem der Sonnenwenden wieder. |
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| -2000 | Um diese Zeit werden in Cham/ZG Tongefässe hergestellt, die Kultur nennen wir Glokkenbecher-Kultur (Jungsteinzeit). 10 Fundstellen sind europaweit bekannt, davon gibt es vier im Gebiet der heutigen Schweiz | |
| -2000 bis -1700 | Ein Grab im Foribach/Kerns/OW belegt die Bewohnung dieses Gebietes zu dieser Zeit. | |
| -1800 bis -1600 | Gruppen-Siedlungen Sesshafter finden sich in
Helvetien. Es sind die ersten Pfahlbauten im, am und um die damaligen Seen und Moorgebiete, die aber keineswegs als ausschliessliche Siedlungsform anzutreffen sind, wie die Pfahlbauten von Lungern/OW gerade beweisen. Die Klimaverschlechterung wird um -1628 an Frostringen (in Nordamerika) am Holz festgestellt und dendrochronologisch klar zugeordnet. |
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| -1600 bis -1500 | Bronzebeile
werden in Helvetien benutzt und auf Melchsee-Frutt, in Engelberg und
Alpnachstad bei Grabungen im 19. und 20. Jahrhundert gefunden.
Steinbauten in den Bergen werden für diese Zeit entdeckt im Berner Oberland, im Wallis und Graubünden. Gräber fand man in Weiningen/ZH , die Toten wurden eingeäschert, mit Waffen, Schmuck und Keramik unter einem Hügel begraben. "Einmal mehr verbinden diese Charakteristiken die Schweiz mit Mitteleuropa. Solche Beinringe wie in Weiningen finden sich in Rumänien, Nadeln mit gelochtem Schaft und Bernsteinperlen stammen aus oder finden sich auch in Ungarn." |
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| -1500 | Eine Gussform aus dieser Zeit für eine Sichel wird auf der Insel Werd im Thurgau gefunden. Die industrielle oder besser die serienmässige Technik der Herstellung von Bronzewerkzeugen und Waffen ist erst rund 1000 Jahre nach ihrer Erfindung im Kaukasus auch hierzulande zu belegen. | |
| -1300 | Dolchfunde am Chringenpass/Alp Fontannen ob Giswil/OW. Eine Pfeilspitze aus Silex vom Landenberg ob Sarnen, der dem Typ im luzernischen Wauwilermoss gleicht, kann als Zufallsfund nicht weiter zugeordnet werden. | |
| -1500 bis -1200 | Die Pfahlbauten verschwinden. Im Lindthal/GL, Alp Unter Friteren, Acheregg/NW gibt es Dolchfunde und auch in Giswil/OW. | |
| -1200 bis -800 | Späte
Bronzezeit in Helvetien
Die Urnenfelderkultur wird nach dem Binningen-Typ/BL benannt. Eine Fundstelle lag im Büdnerland in Caschlings/GR zwischen Julier- und Septimerpass, wo Gussformen und Beile an einer Produktionsstätte gefunden wurden. In dieser Zeit fand ein grosser Besiedlungsaufschwung statt, der sich in zahlreichen Funden manifestiert. Ende der Bronzezeit |
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| -1000 | Die Zusammenhänge des Umganges der Bronze-Kultur und ihre Herkunft aus dem Gebiet Bulgarien/Kaukasien, die vorgriechische, thrakische Schmiedekultur, die Verwendung griechischer Schrift durch die Kelten lassen erkennen, dass die Kelten zu dieser Zeit ein umfassendes Gebiet des gesamten heutigen Europas bis zum Ural umspannten und auf diesem Gebiet das Sagen hatten. Von den Kelten wissen wir, dass sie als eine einheitliche Kultur, mit eigenen unverwechselbaren ethischen Normen in Erscheinung treten und mit einer einheitlichen Religion. Sie beherrschen den Umgang mit der Bronze, später des Eisens und leben in Sippen nach geordneten Regeln. | |
| -800 | Beginn der Eisenzeit
Goldarbeiten werden seltener, eine nun gesamteuropäisch dominierende Kultur entsteht - Das Zeitalter und die Blüte der keltischen Kultur auch in Helvetien über die nächsten 800 Jahre. |
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| -800 bis -500 | Lyssach/BE: Eine Gruppe von mindestens 5 Grabhügeln mit Durchmesser von 20 Meter und 1.5 Metern Höhe im Kernried. Gründungsgrab aus älterer Steinzeit (gestreckte Rückenlage Richtung Westen. Hölzerne Grabkammer mit Leichenschatten. Funde: Messer oder Dolch aus Eisen und Gefässe am Fussende. Am Fuss des Wirtes zusätzliche spätere Wiederverwendung des Grabes für jüngere Brandbestattungen, spätere Urnenbestattung. | |
| -700 | Das Klima bis zu dieser Zeit wird als sehr milde eingestuft. Mit dem Eisen wurde auch das Klima wieder frostig. | |
| -700 bis -550 | Keltische Worte in griechischen Buchstaben
geschrieben, belegen die Mischung der frühen keltischen mit der griechischen Kultur.
Die
Verwendung der griechischen Schrift vor der Römischen durch die Kelten
selber ist
belegt für Brenodor (bei Bremgarten/BE).
Ein Bronzegefäss aus einer griechischen Kolonialsiedlung im hallstattzeitlichen Grab in Grächwil Meikirch/BE belegt der Kontakt mit den Griechen. Eine etruskische Kette mit Kugelanhänger aus Gold aus einem Frauengrab in Ins/BE zeigt, dass der Handel mit griechischen und etruskischen Erzeugnissen im Gebiet der heutigen Schweiz bis in den hohen Norden stattfand. Belegt sind ein Ziergehänge aus Bronze mit Rasseln, aus einem Grabfund aus Subingen/SO, (-8. bis -6.Jh.) und ein Brustschmuck aus Bronze aus dem Grossholz bei Bern. |
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| -600 bis -450 | Die Kelten lebten vereinzelt (auch) in
Grossiedlungen, die
in topographischer Erhöhung erbaut wurden und besonderes Fundgut an Südimport aufweisen.
Dazu gehören die Heuneberg und der Mont Lassois. Heuneberg hatte eine
Lehmziegel-Stadtmauer, welche
mit (griechischer?) Hilfe erbaut worden sein konnte. Nach der Zerstörung wurde sie im
traditionellen Stil wieder aufgebaut. Hier handelt es sich vermutlich um
eine Handelsstätte.
Das etruskische Reich erscheint als weit mehr als blosses Durchgangsstadium zum Weltreich Rom. Sie beeinflussten die Kelten auch in unserer Gegenden zivilisatorisch und kulturell, wie die etruskische Goldkette im keltischen Frauengrab von Ins/BE (-600) belegt. Zu dieser Zeit war die mythische Kraft der Etrusker bis -396 intakt. |
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| ab -500 | La Tène Zeit
Die ausgiebigen Handelsbeziehungen mit den Etruskern (Italienern) und den Griechen, bewegen den einen oder anderen Helvetier für ein paar Lehrjahre nach Italien auszuwandern. Funde in Italien belegen dies. Durch den engeren Kontakt mit den "Ausländern" lernen einige Helvetier die Sprachen Etruskisch und Griechisch. So erfahren die Helvetier, dass sie von den Etruskern und den Griechen "Keltoi", "Galatoi" oder "Galli" genannt werden. Oft werden sie auch einfach als Barbaren bezeichnet, da sie offensichtlich nichts von der feinen Lebenskultur der Etrusker und Griechen verstehen. |
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| -500 bis -200 | In dieser Zeitspanne blüht die
keltische Kultur im Schweizer Mittelland auf. Nach und nach bilden sich eigenständige kulturelle Eigenschaften
heraus. Die praktizierte Naturreligion findet in der Gemeinschaft
eine starke Verwurzelung. Anhand von typischen Gräberfunden aus dieser Zeitspanne lassen sich keltische Ballungsgebiete in Bern auf der Engehalbinsel und in Zürich ausmachen. Im Mittelland sind viele einzelne Siedlungszentren festzustellen. Das Mittelland befindet sich an der Schwelle von zwei grossen Einflussgebieten von Keltenstämmen. Im Osten sind dies die Rhein-Donau- und im Westen die burgundisch-lothringischen Gruppen. (roter Faden - Röstigraben) Kelten werden im vorderen Jahrhundert gerne als Söldner angeheuert, und ihre Schmiede sind bei den Römern und Griechen für ihre ausgezeichneten Schwerter bekannt. Der Römer Plinius d. Ält. schreibt von keltischen Schwertschmieden in Rom, welche auf ihren Schwertern den Namen eingeschlagen und mit Goldblech ausgelegt haben. Das Markenzeichen "Made in Switzerland" wurde geboren! Der Grieche Poseidonios bezeichnet die Helvetier als goldreiches Volk. Das Gold wurde hauptsächlich im Rhein gefunden. Weitere Exportprodukte der Helvetier sind Harz, Pech, Kienholz, Wachs, Käse, Honig und Lederschuhe. |
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| -500 bis -450 |
Frühlatènezeit - Die Siedlung von Ins/BE wird zu dieser Zeit
bewohnt.
Ab dem -5. Jh. finden sich gesamteuropäisch ausschliesslich römische Einflüsse, welche an den Wederath-Belginum-Grabungen nachvollzogen werden können. Die Kelten hatten sicher eine starke Führerschicht, von der wir aber erst bei Cäsar -53 konkreteres vernehmen.Die Bezeichnung der Schweizer als HELVETER ist nur insofern zutreffend, als sicher ein Vielzahl der "Schweizer" sich kulturell aus ehemaligen romanisierten "Galliern", dann kulturell und vor allem rechtlich Germanisierten zusammensetzt. Ihr subkultureller Einfluss findet sich beim Paradiesvogel der Benediktiner, in den Votivgaben und vielem anderen Mehr. Ihre Beeinflussung der sie beherrschenden Germanen wäre eine eigene Studie wert. |
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| -484 | Herodot, der Vater der Geschichtsschreibung nennt in
seinem Historien Buch II Abs. 33 zum ersten Mal die Kelten beim Namen. Er
schreibt im Zusammenhang mit der Beschreibung wo
die Donau entspringt.
Das Münzwesen wird eingeführt, die Schrift wird benutzt und die Herstellung von buntem Glasschmuck wird bekannt. Ein Teil der Schweizer Kelten aus dem Mittelland gehen auf Eroberungszüge oder Wandern aus. Funde in Bologna und Felsina lassen sich auf Kelten aus dem Mittelland zurückführen. Diese Funden zeigen auch, dass die Kelten in diesem Gebiet die Etrusker (Römer) dominierten. Ebenso konnten Funde in der Nähe von Prag die Auswanderung von Schweizer Kelten belegen. |
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| -400 | Der kultische
Goldschatz von Erstfeld/UR - der wohl bekannteste
schweizerischen Kelten-Fund, welcher anlässlich von Strassenarbeiten
zufällig gefunden wird.
Ein keltisches Bronzeplättchen, welches in griechischen Buchstaben eine keltische Inschrift enthält, stellt einen Zusammenhang mit "Bern" her. Christoph Pfister fand im Allmendwald in Ittigen 60 cm lange keltische Schalensteine, die zugeschlagen, einheitlich geformt waren, Vertiefungen, Wallspitzen aufweisen. Sie verlaufen in Linie von 36° Azimut, bilden die Querachse zur Sonnenwendlinie. Zwei Dreickswälle im Allmendwald lassen auf eine "bewusste Ausrichtung" schliessen. Diese Schalensteine deutet Pfister als eine Reihe von Vermessungsteinen. Sie weisen einen Abstand von einer keltischen Meile ("Leuge"=2,2 Km) auf. Das bernische Wort "leuen" (=herumliegen, ausruhen) deutet er als keltisches Substrat der Leuge, weil man nach einer gewissen Anzahl Leugen auzuruhen pflegte. (Rebekka Reichlin, Die Kelten haben das Land präzis vermessen, in Der Bund, 14.11.1997, 148. Jg. Nr. 266 S. 31). |
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| -387 | Die Kelten stossen bis nach Rom vor. Die Kelten drohen Rom zu zerstören wenn sie sich nicht freikaufen. Der keltische Anführer Brennus legt Gewichte auf eine Waagschale und wirft noch zusätzlich sein Schwert darauf. Sein Ausspruch: "Wehe den Besiegten" (vae victis), bleibt bis heute in Erinnerung. | |
| ab -300 | Rom und die Kelten führen unabhängig voneinander das Geld ein. Zunächst werden als Währung Metallbarren oder Ringe verwendet. Beide führen dann nach dem griechischen Vorbild die Münzprägung ein. Ein "Stater", so werden die Münzen bezeichnet entspricht in etwa dem Gegenwert von vier Schafen. Nach und nach finden noch weitere Münztypen den Weg nach Helvetien. Aus dem südfranzösischen Raum werden Kreuzmünzen eingeführt. | |
| -225 | Die Römer rücken nach Oberitalien vor. Der Römer Polybios berichtet, die Kelten in Oberitalien haben Hilfe von Kelten aus dem Rhonetal erhalten. Die Römer siegen in dieser Schlacht bei Telamon über das Keltenheer. | |
| ab -200 | Erstmals werden grössere Stadt-artige Anlagen gebaut.
Im Seeland könnte die Anlage auf der Engehalbinsel bei Bern, dem Jensberg, dem Dorf
Sermuz VD 3km von Yverdon entfernt oder diejenige
auf dem Mont Vully in diesen Zeitraum fallen. Die Römer nennen diese Stadtanlagen "Oppidum". Cäsar behauptet später, in Helvetien seien 12 grosse Oppida zu finden. |
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| -200 | Rom erlebt seine Blütezeit und gewinnt an Einfluss. Die römischen Münzen (Denare) werden zur allgemeinen Währung der Helvetier. | |
| -135 | Poseidonios erwähnt den Keltenstamm der Helvetier im Zusammenhang mit der Keltenwanderung der Kimbern und Toutonen. | |
| -120 bis -116 | Hochwasser reisst die Brücke bei Cornaux NE in die Fluten und fordert viele Tote und Verletzte. | |
| -111 | Zwei der drei helvetischen Teilstämmen, die Toutonen und Tiguriner, haben sich der Wanderung der Kimbern angeschlossen und dringen in Innergallien ein. Innergallien war in dieser Zeit durch die Römer besetzt. Sie hatten das Gebiet im Jahr 121 v. Chr. annektiert und den keltischen Stamm der Allobroger unterworfen. Die Römer nannten das Gebiet östlich des Genfersees "Provincia Gallia Narbonensis". | |
| -107 | Die Helvetischen Truppen unter der Führung von Divico stossen mit den römischen Legionen zusammen. Es kommt zur Schlacht bei Agen an der Garonne. Die Helvetier siegen und schicken die Römer unter dem Joch durch - Sie werden gedemütigt und teilweise versklavt. | |
| -105 | Die Kimbern, Ambronen und die helvetischen Stämme der Toutonen und Tiguriner schlagen bei Arausio, dem heutigen Orange in Frankreich zwei römische Heere. Die Römer werden fast vollständig aufgerieben. Die Kelten durchstreifen anschliessend Teile von Spanien. | |
| -103 | Die Keltenstämme der Kimbern, Ambronen, Toutonen und Tiguriner sammeln sich und dringen in Oberitalien ein. Dabei wählen die Kimbern und Tiguriner eine Route durch die Alpen, die Ambronen und Toutonen den Weg der Rhone entlang. | |
| -102 | Der römische Feldherr Gaius Marius empfängt die Ambronen und Toutonen (Gallier). Die keltische Truppe wird bei Aquae Sextiae (Aix-en-Provence) völlig aufgerieben. | |
| -101 | Gaius Marius wendet sich den Kelten in der Poebene zu.
Bei Vercellae (Vecelli bei Novara) kämpfen die
Kimbern bis zum letzten Mann. Die Tiguriner entkommen und ziehen plündernd nach Norden
und gelangen schliesslich wieder ins Helvetische Mittelland. Zu einem grossen Teil
lassen sich die Tiguriner in der Westschweiz mit Zentrum Avenches (später
die Römersiedlung Aventicum) nieder. Kleinere Teile der Helvetier vom Stamm der Tiguriner wandern nach Süddeutschland aus. Bei Magdalensberg bei Klagenfurt in Kärnten wird eine Inschrift "ELVETI" aufgestellt. In der Nähe gibt es ein Dorf mit dem Namen Tigring welches auch auf diese Zeit zurückzuführen ist. |
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| Um -100 | Poseidonios schreibt über die Kelten und deren
Spiritualität. Bei den Helvetiern können schwergewichtig zwei Kulturgruppen durch entsprechende Fundgegenstände ausgemacht werden. Die eine Gruppe ist durch Südostfrankreich mit Siedlungsschwerpunkt um Estavayer-le-Lac beeinflusst, die andere von Südwestdeutschland mit Siedlungsschwerpunkt in Bern. Münzenfunde belegen die Besiedelung Avenches und den Bezug zu Südostfrankreich. |
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| um -65 | Diodor beschreibt wie die Helvetier Gold gewannen und verarbeiteten. Er schreibt auch, dass die Kelten überaus geldgierig sind. (Gute Grundlage für Bankgeschäfte? :-) | |
| -61 | Julius Cäsar schreibt:
"Bei den Helvetiern war
der bei weitem vornehmste und begütertste Mann Orgetorix."
Orgetorix versucht zunächst, seine Stammesangehörigen zur Auswanderung zu bewegen.Die Vorbereitungen für die Auswanderung aus dem Mittelland werden auch nach dem plötzlichen Tod von Orgetorix (er wurde ermordet) vorangetrieben. |
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| -60 | In Yverdon wird eine Göttin aus Holz bei der Hafeneinfahrt aufgestellt. | |
| 15. März -60 | Cicero schreibt an seinen Freund
Aticus:
"Die
Helvetier stehen ohne Zweifel unter Waffen und führen Ausfälle in die Provinz." Die Vorbereitungen für den Auszug dauern an. Es werden Esswaren angepflanzt, die am besten haltbar sind, bei den Nachbarn kauft man Ochsen als Zugtiere und Wagen ein, es werden Verhandlungen mit den Nachbarn wegen des Durchmarschs durch ihr Hoheitsgebiet geführt. Ziel der Auswanderung ist die Atlantikküste - das Gebiet der Santonen, die heutige Saintonge nördlich der Garonnemündung. |
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| 28. März -58 | Die Auswanderer besammeln sich am Ufer der Rhône bei
Genf. Sie wollen am 28. März die Brücke bei Genf überschreiten und auf direktem Weg
nach Saintonge ziehen. Hinter sich hatten sie alle "Brücken" abgebrochen. Die ursprünglichen Felder,
Häuser, und Befestigungen waren verbrannt worden. (Brandspuren wurden im Oppida auf dem
Mont Vully nachgewiesen). Der Auswanderungszug wird jedoch durch Julius Cäsar aufgehalten. Um die Auswanderung zu stoppen hat Julius Cäsar die Brücke in Genf niederreissen lassen. Die Helvetier schicken ihre Edelleute Nammeius und Verucloetius als Gesandte zu Julius. Julius wird gebeten den Zug ziehen zu lassen weil sie keinen anderen Weg hätten. Sie beabsichtigen lediglich durch die Provinz durchzuziehen ohne jede Gewalttaten. Julius verlangt Bedenkzeit bis zum 13. April. Die Bedenkzeit von Julius ist jedoch eine Finte. Julius hat auf seiner Flussseite nur eine kleine Soldatentruppe und muss Zeit schinden um weitere Legionen heranzuführen. Nach der verstrichenen Frist, sprechen die Helvetier erneut bei Julius vor und erhalten den Bescheid: "Er könne nach herkömmlichem Brauch des römischen Volkes niemandem den Durchzug durch die Provinz gestatten. Sollten die Kelten es trotzdem versuchen, werde er sie durch Gewalt aufhalten. Die Helvetier versuchen die Rhône zu überqueren, werden jedoch erfolgreich davon abgehalten. |
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| Juni -58 | Die Helvetier haben sich auf den beschwerlichen Weg der Rhône entlang in Bewegung gesetzt. Die römische Provinz muss umgangen werden. Im Juni gelangt der Auswanderungszug zur Saône. Der gewaltige Tross beginnt mit dem Uebersetzen. Bereits seit 20 Tagen war der Tross beim Uebersetzen, ¾ hatte das andere Ufer bereits erreicht und befand sich nun im Gebiet der Sequanter. | |
| Juli -58 | Julius lässt durch seine Kundschafter das Uebersetzen
überwachen. Mitten in der Nacht rückt er dann mit 3 Legionen vor und überfällt den
verbleibenden Viertel der ahnungslosen Helvetier im Schlaf . Die Helvetier haben mit
keinem Angriff gerechnet, da sie sich ja nicht auf römischem Boden, sondern bei den
befreundeten Hädauern befinden. Die Hädauer haben ihnen den Durchzug ja schon bei den
Vorbereitungen erlaubt. Julius lässt in dieser Nacht die meisten Helvetier töten, einige wenige können in die
benachbarten Wälder flüchten. Julius lässt in nur einem Tag, eine Brücke über die Saône schlagen um die restlichen Helvetier anzugreifen. Die Helvetier schicken den Gesandten Divico zu Julius. Divico hielt folgende Rede: "Wenn das römische Volk mit den Helvetiern Frieden schliesst, werden wir in die Gegend ziehen und dort bleiben, wo Cäsar sie ansiedeln und haben will. Wenn er jedoch auf dem Krieg gegen sie besteht, so soll er an die alte Niederlage des römischen Volkes und die alterprobte Tapferkeit der Helvetier denken. Wenn er unvermutet einen Stammesteil überfallen hat, während die, welche bereits über den Fluss gesetzt sind, ihren Stammesleuten keine Hilfe bringen konnten, so soll er deswegen nicht allzusehr auf seine Heldentat pochen, noch sie selbst unterschätzen." Julius verlangt jedoch von den Helvetiern Reparationszahlungen und Geiseln. Darauf erwidert Divico: "Die Helvetier sind von ihren Vätern so erzogen worden, dass sie Geiseln zu *empfangen* - nicht zu stellen pflegen. Dies kann das römische Volk bezeugen." - eine Anspielung auf die Schlacht bei Agen an der Garonne im Jahre -107 Die Helvetier ziehen weiter. In den nächsten Tagen kommt es zu kleineren Scharmützeln. Für die Helvetier besteht die Gefahr, dass ihnen Julius den Weg abschneidet, und so beginnen sie die Nachhut von Cäsars Truppen anzugreifen. Dieser Angriff weitet sich aus und führt schliesslich zur Entscheidungsschlacht bei Bibracte. Aus heutiger Sicht endet die Schlacht nach einem ganzen Kampftag in einer Pattsituation. Am darauffolgenden Tag ziehen die Helvetier weiter. Nach 60 km Gewaltsmarsch erreichen sie das Gebiet der Lingonen auf dem Plateau von Langres. Die Helvetier haben sich dort Hilfe erhofft. Julius hat jedoch den Lingonen gedroht, wenn sie den Helvetiern helfen würden, würde er sie im Gegenzug gleichermassen niedermachen lassen. Die Lingonen verweigern deshalb den Helvetiern die Hilfe. In Ermangelung von Nahrungsmitteln - den grössten Teil des Trosses hatten sie in der Schlacht verloren - schicken sie einen Gesandten zu Cäsar mit der Kapitulation. Die Helvetier mussten in ihr Land, das heutige Schweizer Mittelland zurückkehren. |
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| um -53 | Die meisten Europäischen Kelten verlieren ihre eigenständige politische, kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung mit dem Verlust ihrer Selbstbestimmung. Ihre überlegene Kultur beeinflusst jedoch die nachdrängenden Germanen, von denen sie über die Römer als Leten abhängig werden. Sie übernehmen germanisches Recht. In der Schweiz des 14 Jh. werden Sie demzufolge in den Kämpfen zwischen 1315-1386 rechts-, korporationsfähig und frei. Im ganzen übrigen Europa teilen die noch freien Germanen das Schicksal der Unfreien. Der ODAL - Adel weniger - hatte Sie, germanischem Recht folgend (Montesqiueu) den übrigen Leibeigenen gleich gemacht. | |
| -52 | In den verflossenen 6 Jahren waren die Helvetier mit
dem Wiederaufbau im Schweizer Mittelland beschäftigt. Währenddessen führte Julius
erfolgreich Krieg gegen die restlichen Keltenstämme (Die Römer nannten diese
Gallier).
Julius gewann Schlacht um Schlacht, plünderte die reichen Tempel und brachte das Gold in
seine Tasche oder nach Rom. Die Römer waren begeistert.
Die letzte Schlacht mit den Galliern wird 52 v. Chr. gegen den Gallier Vercingetorix geschlagen. Die Helvetier senden 8000, die Rauriker 2000 Mann Unterstützungstruppen, an Vercingetorix. Julius gewinnt die Schlacht bei Alesia und kehrt nach Rom zurück. Vercingetorix wird in einem 'Triumphzug' den Römern vorgeführt, durch die Strassen geschleift und eingekerkert. 5 Jahre später wird er hingerichtet. |
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| ab -50 | Zunächst führten die Helvetier ein von Römern recht
unberührtes Leben. Die Oppida in Bern auf der Engehalbinsel wurde - zwar kleiner als
zuvor - erneut aufgebaut. Ebenso entstand eine Oppida nur wenige Kilometer vom Mont
Vully, auf dem
Höhenzug bei Avenches dem Bois de Châtel. Auch diejenige auf dem Jensberg bei
Studen,
jene bei Sermuz nahe Yverdon und eine neue auf dem Bois de Chatel bei Avenches wurde
wieder in Betrieb genommen. Die Römer hatten bis zur Regierungszeit von Augustus mit sich selbst viel zu tun (Bürgerkrieg) und kümmerten sich wenig um ihre Aussenpolitik. Die eroberten Gallierstämme so auch die Helvetier waren mehrheitlich sich selbst überlassen. Das kulturelle Leben der Helvetier inklusive weiträumiger Handelsbeziehungen bis nach Spanien hatte fortbestand. (Scherben von spanischen Weinkrügen aus der Gegend von Barcelona konnten gefunden werden). |
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